Aus dem Alltag eines Coaches..

 

Eine Frage die mir oft gestellt wird, und auf die es mir noch immer schwer fällt eine kurze, knappe Antwort zu geben ist die: "Sag, was machst Du da eigentlich in Deiner Praxis?"  Ich meine, ich verstehe die Frage, total! Die Menschen kennen mich in meinem privaten Umfeld als ganz normalen Menschen mit  Stärken und Schwächen. Ich bin ja auch keine Psychotherapeutin, also sie wissen ich arbeite nicht mit psychisch schwer erkrankten Menschen. Wir Berater verschreiben uns ja eher der sogenannten Salutogenese, also der Lehre des "Gesund erhaltens", die im Gegensatz zur Therapie  eingreift BEVOR der Mensch (am Stress, an unerfülltem Leben usw. ) erkrankt.

 

"Aber dieses Coaching, Persönlichkeitsentwicklung,...na ja, du redest da halt mit den Menschen über ihre Probleme, oder? Aber ja reden, reden kann man doch mit Freunden auch, oder?"  Ich sage dann meistens, was auch stimmt, im Grunde genommen lerne ich den Menschen ihren Stress zu bewältigen, lerne ihnen ein achtsameres, bewussteres Leben zu führen...und wenn die andere Person, dann noch nicht zu Gähnen begonnen hat, ergänze ich noch: Oftmals geht es um Beziehungsthemen oder um Lebenskrisen. Gut. Na bravo, klingt ja nicht erquickend und spannend dein Job...:)

 

 

Also Punkt Eins, zum Reden mit Freunden: Das ist nicht immer ganz ungefährlich, denn manchmal bestätigen uns Freunde einfach zu gern in unserem Leid, wirklich weiterbringen tun Dich sowieso nur echte Freunde, die uns vielleicht auch mal sagen: Hey, ich glaube Du bist da jetzt auf dem Holzweg! Sehr verbreitet ist unter Freunden ja auch das "Jammern",..das ab und an natürlich sein darf, als "Dauerskill" ist es jedoch denkbar ungeeignet, und wird vielleicht sogar eine Freundschaft belasten.

Dein(e) Berater/in  hingegen, zeigt Dir diesen objektiven Weg spielt mit Möglichkeiten, die wir aus einer Metaebene um sooo viiieeel besser sehen können, er versteht die Dynamiken die sich in Beziehungen (Inneren und Äußeren), und hilft Dir bei einer Entscheidungsfindung, die, je nach Situation, auf jeden Fall Dir, im besten Fall aber auch anderen dienlich ist. 

 

Zu Punkt Zwei: Ich finde meinen Beruf nicht nur spannend, bewegend, berührend, interessant und herausfordernd, ich lerne tolle Menschen kennen, bin nah am Puls des Lebens dran, manchmal ist es philosophisch, manchmal analytisch, manchmal lachen wir uns kaputt, manchmal wird geweint, na klar. Und jedesmal, wenn ein Mensch einen kleinen Schritt näher zu sich findet, vielleicht einem Schmerz, einer Emotion begegnet die er dann endlich heilen kann, freut sich mein Herz, weil ich weiß, dass es dann besser wird.

 

Manchmal ist es aber auch möglich etwas weiter auszuholen: "Hmm, was mach ich da in meiner Praxis...ich arbeite mit meinen Klienten an einer Wahrnehmungskorrektur, an der Erweiterung ihrer inneren Möglichkeiten mit inneren und äußeren Widerständen umzugehen, vielleicht an ihren Entwicklungstraumata, an ihren Emotionsregulationsskills, an Problemen in der Persönlichkeitsstruktur und begleite sie auf dem Weg der Individuation. Und manchmal machen wir innere Reisen, treffen innere Kinder, begegnen inneren Widersachern, kämpfen mit Drachen, treffen das rebellische Ich, das gütige Ich, oder sogar den inneren Lebenskünstler,....!" - und dann, erntet man manchmal staunende Gesichter, manchmal interessierter Reaktionen, manchmal auch ein "das sind alles Verrückte"-Gesicht!:)

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Tanja (Mittwoch, 06 Dezember 2023 16:00)

    so super geschrieben und beschrieben! danke dafür =)